Wie das “wo” im Schweizerdeutschen Konkurrenz bekommt

Die Veränderungen in der Schweizerdeutschen Sprache aufzeichnen, ist doch auch ein schönes Hobby.

Ein meines Wissens neuer Import aus dem Hochdeutschen sind die Relativpronomen der/die/das. Im Alemannischen, oder wenigstens im Schweizerdeutschen, kannte man bis anhin nur das Relativpronomen “wo”. Ein Beispiel, das in meinen Augen richtig ist:

  • Hochdeutsch: Der Mann, der mir die Brille verkauft hat.
  • Schweizerdeutsch: Dr ma, wo miar d brilla verkauft hät.

Ich höre aber öfters von jungen Leuten solche Konstrukte: “I hola schnell min kolleg, der das besser kann”. Die übliche Formulierung wäre aber “I hola schnell min kolleg, wo das besser kann”. Ganz interessant war auch die Aussprache von “der”, es war effektiv “der”, wie im Hochdeutschen, nicht “dä”.

Dabei wird im Schweizerdeutschen das Geschlecht des Subjekts beim Relativpronomen überhaupt nicht unterschieden. Die Kollegin wäre auch eine gewesen, wo das besser kann. Die dem Hochdeutschen angeglichene Variante wäre aber sicher geschlechtsspezifisch herausgekommen: mini kollegin, dia das besser kann.

Schweizerdeutsch-Sprecher in der Leserschaft: Welche Relativpronomen benutzt ihr? Der/die/das oder wo?

5 thoughts on “Wie das “wo” im Schweizerdeutschen Konkurrenz bekommt

  1. Uf jeda fall “wo”! Glauba bald, dass so neui Uswüchs erst “bi eu” im Unterland vorkömmand. Do dahai khört ma no schöns Bündner-Tütsch :)
    Gruass Urs

  2. Das freut eim :) Jo, so züg ghörsch hauptsächlich z Züri-Stadt, wo jo gwüssi Lüt au scho behauptend, das segi so wia New York City und nit mit am Rescht vor Schwiz verglichbar ;) Also weissi nit, wia repräsentativ mini Studia do sind.

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